Archivtext Januar
2005
¬ Anna
Bromley, Berlin
¬ Arbeitshaltung Heftarchiv
¬ deutsch
::: english not available
¬
Beobachtendes Tun
¬ Sammeln
¬ Materialarchiv
¬ Konzepte
¬ Systematisieren
¬ Sammeln von Proben
¬ Sammeln von Spuren
Christiane
Fichtner legt seit 1999 aus einer Sammlung von Fotos und Gedanken
Hefte an.
Die bis heute produzierten Hefte bilden ein Heftarchiv. Es entstehen Querverbindungen
wie in einem Netzwerk, die Christiane Fichtner Sprossen und Verästelungen
nennt. Ein Heft kann Tagwerke enthalten, Zitate, Fotografien, Notizen, Anekdoten,
Geschichten oder Ausschnitte. Album, Arbeitsheft, lange unter Verschluss gehalten,
ganz der Sache hingegeben, die dem Vergessen am nächsten ist.
Das
Heftarchiv bildet den Hintergrund ab oder verbindet auf einer gedanklichen
Ebene
die verschiedenen Ideen und Materialien mit denen Christiane Fichtner arbeitet
und experimentiert. Die Erfahrungen einer Reise finden genauso Einlass, wie
die
materielle Umsetzung eines Konzeptes.
Der Rhythmus oder das Ritual
des täglichen Tuns (Schreiben, Zeichnen, Fotografieren)
geht eine Verbindung
ein mit den Fragen und der Suchbewegung. Im Grunde genommen
ist der Gedanke
der Improvisation darin enthalten. Es könnte ein Spiel sein. Der Ball
wird
hin und her geworfen. Interaktion. Improvisation. Assoziation. Vielleicht existiert
die
übergeordnete, zu Beginn gedachte Idee noch. Oder sie ist im assoziativen
Spiel
verloren gegangen.
Das Heftarchiv ist das Verdauungssystem der
Christiane Fichtner für die Vielheit der Materialien, der Sehnsüchte,
der Spielweisen. Für die Orientierungslosigkeit mancher assoziierter Konzepte.
Für die Materialschlacht ihrer gesammelten Fotoblicke.
Das Heftarchiv
der Christiane Fichtner stellt ein System dar. Eine scheinbare Ordnung.
Eine
Struktur. Ohne die Christiane Fichtner in ihren Sammlungen versinken oder
ertrinken
würde.